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Montag, den 21. November 2011 um 13:18 Uhr

Männer hatten's auch nicht leicht

Die Theatergruppe des TSV Ochenbruck hat Ihr Publikum an vier Veranstaltungen in der Bürgerhalle wieder restlos begeistert. Die eingespielte Truppe um Horst "Otto" Wolfert unter der Leitung von Florian Weininger konnte auch in diesem Jahr wieder mit Textsicherheit und spielerischem Können brillieren. Das diesjährige Stück "Männer haben's auch nicht leicht" von Erfolgsautorin Regina Rösch traf wieder genau den Geschmack der Zuschauer.

Ausführlicher Bericht und Bilder folgen demnächst!

Montag, den 21. November 2011 um 13:07 Uhr

Männer hatten's auch nicht leicht

Die Theatergruppe des TSV Ochenbruck hat Ihr Publikum an vier Veranstaltungen in der Bürgerhalle wieder restlos begeistert. Die eingespielte Truppe um Horst "Otto" Wolfert unter der Leitung von Florian Weininger konnte auch in diesem Jahr wieder mit Textsicherheit und spielerischem Können brillieren. Das diesjährige Stück "Männer haben's auch nicht leicht" von Erfolgsautorin Regina Rösch traf wieder genau den Geschmack der Zuschauer.

Im Nachfolgenden der Bericht aus "Der Bote" vom 16. November 2011:

 

Wie viele Schmetterlinge braucht die Liebe?

Theatergruppe des TSV Ochenbruck feierte Premiere mit „Männer haben’s auch nicht leicht“

Frisch, flott, amüsant, querbeet durch alle Befindlichkeiten – so macht volkstümliches Theater Spaß, noch dazu mit einer so engagierten Truppe wie der vom TSV Ochenbruck. In der Schwarzenbrucker Bürgerhalle präsentierte sie sich bei der Premiere ihres diesjährigen Stücks „Männer haben’s auch nicht leicht“ in bester Spiellaune und erntete begeisterten Beifall.

Souverän wie Profis schlüpften die elf Frauen und Männer, erfahrene und erst seit kurzem aktive Akteure allen Alters in ihre Rollen. Allen voran mit dem Löwenanteil an Einsätzen Schauspieltalent und langjähriges Ensemblemitglied Horst „Otto“ Wolfert.

Seit Jahrzehnten ist er das Herz der Gruppe und steht heuer bereits das 36. Mal auf der Bühne. Ihm war die Rolle des von seiner Schwester Appolonia (überzeugend Birgit Humplmair) schwer aus seiner Junggesellenruhe gebrachten Rudolf Struppe wie auf den Leib geschrieben.

Sehr gelungen und liebevoll gestaltet „sein“ Wohnzimmer mit Motorrad, Werkzeugkasten, Tüchern anstatt Vorhängen und überall Bierflaschen.

Schimpfend, wie das sprichwörtliche HB-Männchen aus der Haut fahrend oder die bekannte Ente aus Entenhausen, leidet dieser unter den festen Vorstellungen seiner Schwester von Reinlichkeit, Ordnung und gesunder Ernährung. Geschickt versucht er sich ihr und ihrer Putzerei zu entziehen, findet immer wieder einen Weg zu seinen Grundnahrungsmitteln, dem Bier und der „Worscht“.

Herrlich, wie Wolfert ihn spielt, alle Register seiner Wandlungsfähigkeit zieht, immer mit dem richtigen Quäntchen Situationskomik. Auch seine Kumpels, der mit zunehmender Alkoholisierung reimende Willi (Florian Harmansa), der spitzzüngige Schorsch (herrlich süffisant Florian Weininger) und der aus allen Knopflöchern Charme versprühende Herzensbrecher Gustav (Reimund Hüneburg) stehen ihm in nichts nach. Nicht ganz so gut kommen in diesem Stück von Regina Rösch die Frauen weg. Die Lieblingsautorin der Theatergruppe – sie spielt inzwischen ihr fünftes Rösch-Stück – zeichnet sie etwas blass, als besenschwingendes, reinlichkeitsfanatisches Putzgeschwader. Dass sie dennoch lebendig und witzig agieren, liegt an ihren Darstellerinnen Petra Schöpfer (Greta), Inge Ernstberger (Gunda) und Petra Weininger als verzweifelt einen Mann suchende Irene.

Immer wieder stellt die Theatertruppe zwischendurch lokale, teils selbstironische Bezüge her, teils mit einem kleinen Seitenhieb auf nachbargemeindliche Befindlichkeiten. Ein Vorschlag für das geplante Heimatfest: Die Theatergruppe des TSV Ochenbruck soll spielen – „och nöööö“ die Antwort des Festkomitees.

Mit der Ankunft von Trachtenmodehändler Vinzenz (erstmals dabei Florian Lumpi) und seiner attraktiven, flippigen Nichte Charlotte (aufreizend Nicole Nähr), angekündigt von Tim (Klaus Kraus) kommen die Dinge ins Rollen, denn der schöne Gustav hat plötzlich nur noch Augen für sie. Für so eine gelungene Aufführung braucht es außer den Akteuren auf der Bühne auch eine ganze Reihe Aktiver dahinter. Ihnen allen dankte Bürgermeister Bernd Ernstberger nach dem letzten Vorhang, vor allem Johann Geißelbrecht. Heuer nicht mehr aktiv auf der Bühne, sondern fleißiger Helfer im Hintergrund blickt er auf 50 Jahre in der Theatergruppe des TSV Ochenbruck zurück.

Wie es zu guter Letzt doch für alle Beteiligten ein glückliches Ende nimmt, wird die schöne Annemarie ist, wie Irene drei bis vier (Liebes-) Schmetterling im Bauch spürt, Rudolf seiner Appolonia entkommt und wie er seinen ganzen Frauenstress im Traum aufarbeite, das wird hier nicht verraten.

Dorothee Krätzer

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